Schwindel & Gleichgewicht in Mannheim

Neurootologische Diagnostik beim HNO-Arzt

Schwindel ist eines der häufigsten Symptome in der HNO-Praxis. Er kann sich anfühlen wie Drehen, Schwanken, Unsicherheit beim Gehen oder „wie im Aufzug“. In der HNO-Praxis Dr. med. Michael Graf in der Mannheimer Innenstadt klären wir ab, ob die Ursache im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, im Gleichgewichtsnerven oder in zentralen Bereichen der Hör- und Gleichgewichtsbahn liegt. Dafür stehen spezialisierte neurootologische Untersuchungsverfahren zur Verfügung.

Unser Ziel: die Ursache Ihres Schwindels zu erkennen und eine Behandlung zu finden, die Ihre Lebensqualität verbessert und das Sturzrisiko reduziert.

Wann sollte ich mit Schwindel zum HNO-Arzt?

Viele Betroffene fragen sich:
„Ist mein Schwindel harmlos oder kann etwas Ernstes dahinterstecken?“

Ein Termin beim HNO-Arzt ist sinnvoll, wenn:

  • Ihnen plötzlich schwindelig wird, ohne erkennbare Ursache
  • Schwindelattacken wiederkehren oder länger anhalten
  • Schwindel zusammen mit Übelkeit, Erbrechen, Ohrgeräuschen oder Hörminderung auftritt
  • Sie sich unsicher auf den Beinen fühlen, stolpern oder Angst vor Stürzen haben
  • Sich ihnen beim Umdrehen im Bett oder beim Hinlegen/Aufstehen „alles dreht“
  • Sie das Gefühl haben, der Boden schwankt, obwohl Sie ruhig stehen

Nicht jeder Schwindel ist gefährlich – aber er ist immer ein Signal, das ernst genommen werden sollte. Eine gezielte Abklärung hilft, Besorgnis zu nehmen und passende Therapieschritte einzuleiten.

Was kann hinter Schwindel stecken?

Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Häufige HNO- bzw. neurootologische Ursachen sind zum Beispiel:

  • gutartiger Lagerungsschwindel
    – kurze, heftige Drehschwindel-Anfälle, insbesondere beim Umdrehen im Bett oder beim Hinlegen/Aufstehen
  • Vestibularisneuritis (Entzündung des Gleichgewichtsnerven)
    – plötzlicher, starker Drehschwindel über Stunden bis Tage, oft mit Übelkeit, meist ohne Hörminderung
  • Morbus Menière
    – anfallsartiger Drehschwindel in Kombination mit Ohrdruck, Hörminderung und Ohrgeräuschen
  • Schwindel bei Hörstörungen
    – z. B. bei plötzlicher Innenohrschädigung oder chronischer Schwerhörigkeit
 

Daneben kommen auch nicht HNO-bedingte Ursachen infrage (z. B. Kreislauf, Blutdruck, neurologische oder internistische Erkrankungen). In diesen Fällen arbeiten wir bei Bedarf mit anderen Fachkollegen zusammen.

Wie läuft die Schwindel-Diagnostik in unserer Praxis ab?

Die Abklärung von Schwindel erfordert Zeit und ein systematisches Vorgehen. In unserer Praxis gehen wir Schritt für Schritt vor:

Zu Beginn besprechen wir:

  • seit wann Ihre Beschwerden bestehen
  • in welchen Situationen sie auftreten (z. B. draußen, im Bett, bei Kontakt mit Tieren, nach bestimmten Lebensmitteln)
  • ob bereits Allergien, Asthma oder Neurodermitis bekannt sind
  • welche Medikamente Sie derzeit einnehmen

Dieses Gespräch hilft, die möglichen Auslöser einzugrenzen.

Im nächsten Schritt führen wir in der Regel Hauttests zur Diagnostik von Allergien vom Soforttyp (TypI) durch:

  • Beim Pricktest werden kleine Tropfen mit Allergenlösungen (z. B. Pollen, Hausstaub, Tierhaare) auf die Haut aufgebracht und die Haut leicht angeritzt.
  • Nach einer bestimmten Zeit beurteilen wir die Reaktion (Rötung, Quaddelbildung).


So lässt sich erkennen, auf welche Stoffe Ihr Immunsystem überempfindlich und wie stark reagiert.

Um die klinische Bedeutung der Allergie besser einzuschätzen, führen wir bei Bedarf Provokationstests durch:

  • Dabei wird vor und nach Applikation eines Allergens die Nasenatmung gemessen.
  • So sehen wir, ob die allergische Reaktion tatsächlich zu einer relevanten Einschränkung der Nasenfunktion führt.

Diese Tests helfen gerade dann, wenn die Hauttests nicht eindeutig sind oder eine Therapieentscheidung (z. B. Immuntherapie) ansteht.

Ergänzend kommen bioanalytische Bluttests zum Einsatz:

  • Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern gegen Inhalations- und Nahrungsmittelallergene
  • v. a. sinnvoll, wenn Hauttests nicht möglich oder nicht eindeutig sind (z. B. bei bestimmten Hauterkrankungen oder Medikamenteneinnahme)
  • hilft, das Allergiespektrum genauer zu erfassen

Spezialisierte Neurootologie in unserer Praxis

In unserer Praxis stehen spezielle elektrophysiologische Tests und Messverfahren zur Verfügung, um Störungen der zentralen Hörbahn und des Gleichgewichtssystems zu erkennen.

Dazu gehören u. a.:

cVEMP – Messung von Gleichgewichtsreaktionen

Mit den sogenannten cVEMP-Untersuchungen (cervikale vestibulär evozierte myogene Potentiale) prüfen wir bestimmte Anteile des Gleichgewichtsorgans (Sacculus) im Innenohr. Über Schallreize und die Ableitung muskulärer Antworten können wir beurteilen, ob dieser Teil des Gleichgewichtssystems korrekt reagiert.

BERA – Prüfung der zentralen Hörbahn

Die Hirnstammaudiometrie (BERA) misst die Reizweiterleitung entlang der zentralen Hörbahn. Über Klickgeräusche und Elektroden am Kopf lassen sich Nervenantworten ableiten. Damit können wir z. B.:

  • Störungen entlang des Hörnervs erkennen
  • zentrale Hörbahnerkrankungen aufdecken
  • in Kombination mit anderen Tests Hör- und Gleichgewichtserkrankungen genauer einordnen

VNG – Video-Nystagmographie

Mit der Video-Nystagmographie (VNG) messen wir Augenbewegungen (Nystagmen), die durch das Gleichgewichtsorgan ausgelöst werden:

  • Mittels Hochgeschwindigkeitskamera werden Augenbewegungen aufgezeichnet.
  • Aus den Reaktionen bei bestimmten Lagerungen oder Reizen können wir Rückschlüsse auf die Funktion und des Gleichgewichtsnerven und -organs ziehen.

vKIT – Video-Kopf-Impulstest

Mit dem vKIT werden Augen- und Kopfbewegungen gemessen und mit einander verglichen:

  •  Mittels Hochgeschwindigkeitskamera werden Augenbewegungen aufgezeichnet.
  • Gleichzeitig werden die Kopfbewegungen registriert.
  • Aus den Messdaten können wir Rückschlüsse auf die Funktion der einzelnen Bogengänge und des Gleichgewichtsorgans ziehen.

Durch die Kombination dieser Verfahren entsteht ein sehr genaues Bild der Funktion von Innenohr, Gleichgewichtsorgan und zentraler Hörbahn.

Schwindel im Alltag – was Sie selbst tun können

Neben der medizinischen Behandlung können Sie häufig selbst dazu beitragen, besser mit Schwindel umzugehen:

  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • plötzliche Lagewechsel (z. B. schnelles Aufstehen) vermeiden
  • Sturzrisiken zu Hause reduzieren (Teppichkanten, schlechte Beleuchtung)
  • bei Unsicherheit geeignete Hilfsmittel einsetzen (z. B. Handlauf, ggf. Gehstütze)
  • konsequent empfohlene Übungen aus der Physio- oder Gleichgewichtstherapie durchführen

Im persönlichen Gespräch geben wir Ihnen individuelle Tipps, die zu Ihrer Situation passen.

Was passiert nach der Diagnose?

Die Therapie richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Möglich sind zum Beispiel:

  • Lagerungsmanöver
    bei gutartigem Lagerungsschwindel (gezielte Kopfbewegungen, um abgelöste Kristalle im Innenohr wieder an ihre Position zu bringen)
  • Medikamentöse Therapie
    z. B. bei akuten Schwindelzuständen, entzündlichen Erkrankungen oder bestimmten Innenohrstörungen
  • Training & Physiotherapie
    Gleichgewichtstraining oder spezielle Physiotherapie („vestibuläre Rehabilitation“), um das Gleichgewichtssystem zu stabilisieren und die Sturzgefahr zu senken
  • Behandlung begleitender Hörstörungen
    z. B. bei Kombination von Schwindel und Hörminderung
  • Weiterführende Abklärung
    Wenn wir Hinweise auf eine nicht HNO-bedingte Ursache finden, empfehlen wir Ihnen gezielt weitere Schritte, z. B. beim Neurologen, Internisten oder Kardiologen.

Wichtig ist uns, dass Sie den Zusammenhang zwischen Diagnose und Therapie verstehen und wissen, welche Ziele die Behandlung verfolgt.

Häufige Fragen zum Thema Schwindel

Nein, viele Schwindelformen sind zwar unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich – z. B. der gutartige Lagerungsschwindel. Dennoch sollte Schwindel abgeklärt werden, um ernste Ursachen sicher auszuschließen.

Ja, besonders bei wiederkehrenden oder typischen Attacken helfen eine genaue Anamnese und gezielte Tests, die Ursache zu finden und die richtige Therapie einzuleiten.

Stress kann Schwindel verstärken oder subjektiv stärker erscheinen lassen. Häufig besteht eine Kombination aus körperlichen und psychischen Faktoren. Wichtig ist zunächst, organische Ursachen sorgfältig abzuklären.

Das hängt von der Ursache und Ausprägung ab. Oft ist ein angepasstes Bewegungsprogramm sogar hilfreich. Wir besprechen mit Ihnen, welche Aktivitäten im Einzelfall sinnvoll und sicher sind.

Schwindel-Sprechstunde in Mannheim – Termin vereinbaren

Sie leiden unter Schwindel, Unsicherheit beim Gehen oder Gleichgewichtsstörungen?
Der Alltag fühlt sich wackelig oder drehend an und Sie wünschen sich Klarheit?

Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis in der Collinistraße 11, 68161 Mannheim.

Kontakt

Telefon: 0621 / 41 22 66
Fax: 0621 / 7 17 91 82

Akute Notfälle versuchen wir nach Möglichkeit kurzfristig einzuschieben. Bitte melden Sie sich hierzu vorab telefonisch an.